Wer bist du und was ist deine Rolle bei Retero?
Ich bin Jürgen Retter, Geschäftsführer der Retero und zusammen mit meinem Vater habe ich dieses Unternehmen vor 20 Jahren gegründet.
Ich bin sehr stolz darauf, dass wir letztes Jahr unser 20-jähriges Jubiläum feiern durften und dies mit meinen beiden Söhnen an meiner Seite, die ins Unternehmen eingestiegen sind. Der Familiengedanke wird also weitergetragen, was mich ungemein freut. Wir hatten schon bei der Gründung das Ziel, kleinste Bauteile in höchster Qualität zu fertigen und diese Strategie hat sich wirklich bewährt. Unter dem wachsenden Druck von Billiglohnländern, ist es der richtige Weg, sich auf eine Nische und höchste Qualität zu spezialisieren, um sich im Markt langfristig zu etablieren.
Als ich letztens Sascha und Joël meine Aufgaben erklärt und wir zusammen den Nachfolgeplan aufgestellt hatten, habe ich erstmals realisiert, wie vielseitig meine Rolle in der Retero überhaupt ist.
Man kennt ja den Spruch: selbstständig = selbst & ständig – und ja, das trifft es bei mir ziemlich gut. Ich führe das Unternehmen, treffe strategische Entscheidungen, mache den Verkauf, pflege den direkten Kontakt zu unseren Kunden und noch einiges mehr. Aber genau das ist es, was mir Freude macht! Diese Nähe zu den Leuten, zur Technik und die spannenden Projekte. Das ist auch der Grund, warum ich selbst gerne persönlich bei unseren Kunden vorbei gehe und abgeschlossene Aufträge ausliefere. Ich will am Puls bleiben, für ihre Anliegen da sein und spüren, wenn es irgendwo Verbesserungspotenzial gibt.
Bei all dem ist mir aber auch wichtig, den Ausgleich nicht zu verlieren. Durch die frühzeitige Nachfolgeplanung hoffe ich, Schritt für Schritt Aufgaben abgeben zu können und mir bewusst mehr Zeit für mich zu nehmen. Meinen persönlichen Ausgleich finde ich im Tennis. In den letzten Monaten habe ich es sogar geschafft, mir über Mittag regelmässig zwei Stunden freizuhalten, um auf dem Tennisplatz abzuschalten und mich körperlich auszupowern. Danach komme ich mit frischem Kopf, neuer Energie und klarem Fokus zurück an die Arbeit.
Am Ende geht es für mich darum, mit Freude, Verantwortung und Menschlichkeit ein Unternehmen zu führen und genau diese Werte auch zu leben.
Was treibt dich persönlich an?
Mich fasziniert die Mischung von Hightech und Handwerk. Aber noch wichtiger sind mir die Menschen dahinter: unsere Mitarbeitenden, unsere Kunden, unsere Partner.
Uns ist wichtig, Dinge richtig und mit Qualität zu machen, statt sie schnell und billig zu machen. Entscheidungen zu treffen, hinter denen man auch Jahre später noch stehen kann.
Retero ist ein Familienunternehmen. Was bedeutet das für dich?
Die Retero wurde von meinem Vater Helmut und mir gegründet. Der Name Retero besteht aus Retter und Erodieren und steht für unsere Familiäre Denkweise und unsere Kernkompetenz im Erodieren. Heute, 20 Jahre später sind wir ein Team von 12 spezialisierten Mitarbeitenden. Mir ist es ein grosses Anliegen, den familiären Umgang zu bewahren, unabhängig davon, ob jemand zur Familie gehört oder nicht.
Es macht mich aber extrem stolz, dass meine beiden Söhne heute auch ein Teil der Retero sind. Mir war immer wichtig, dass sie ihren eigenen Weg gehen, Erfahrungen sammeln und sich fachlich & persönlich entwickeln.
Jetzt ist es mein Ziel, ihnen die Zeit zu geben, die sie brauchen, um das Unternehmen wirklich zu verstehen und alles nötige zu lernen. Eine Übergabe passiert nicht von heute auf morgen. Sie braucht Geduld und gute Planung, weshalb wir diesen Prozess früh gestartet haben.
Ich bin überzeugt: Ein Unternehmen kann man nur weitergeben, wenn man es loslassen kann und wenn die nächste Generation bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Dabei unterstütze ich Joël und Sascha, wo immer ich kann.
Für welche Firmen und Branchen ist Retero der richtige Partner?
Retero ist besonders dort ein Mehrwert, wo höchste Präzision, Prozesssicherheit und Verlässlichkeit gefragt sind. Wir arbeiten für Unternehmen aus der Medizintechnik, der Uhrenindustrie, dem Formenbau, der Präzisionsmechanik und weiteren anspruchsvollen Industrien.
Unsere Kunden schätzen, dass wir nicht nur fertigen, sondern mitdenken und dabei stets den persönlichen Kontakt führen. Dass wir ehrlich sagen, was machbar ist und was nicht. Und dass wir Verantwortung für unsere Arbeit übernehmen.
Wie haben sich die Anforderungen in den letzten Jahren verändert?
Unsere Industrie ist schneller geworden, manchmal fast ein bisschen zu schnell. Der Preisdruck steigt und Entscheidungen werden leider in vielen Unternehmen nicht mehr mit einem langfristigen Gedanken getroffen. Die Qualität und Langlebigkeit geraten dabei leider oft in den Hintergrund. Wir gehen bewusst einen anderen Weg. Nachhaltiges Unternehmertum, regionale Partnerschaften und langfristige Investitionen sind für mich besonders wichtig. Ich möchte Entscheidungen treffen, die auch in zehn Jahren noch richtig sind. Qualität, Zuverlässigkeit und Vertrauen sind Werte, die man nicht messen kann, aber man spürt sie. Und genau dafür steht Retero.
Am Ende geht es für mich darum, ein Unternehmen zu führen, auf das ich stolz sein kann, sowohl fachlich als auch menschlich. Und eines Tages sagen zu können: Wir haben gute Arbeit geleistet. Für unsere Kunden, für unser Team und für die nächste Generation.